Die Bonität

& Bonitätsprüfung

Was ist die Bonität und wie läuft eine Bonitätsprüfung in Deutschland ab? Das erfahren Sie in diesem Beitrag.

Harald Greber

Harald Greber

Finanzexperte

Was ist die Bonität?

  • TDie Bonität oder Kreditwürdigkeit bezeichnet die finanzielle Fähigkeit einer Person, einen aufgenommen Kredit bzw. Verbindlichkeiten fristgerecht zurückzuzahlen.
  • dDiese wird im Rahmen einer Bonitätsprüfung ermittelt und in einem Bonitäts-Score angegeben.
  • Dabei wird Ihre finanzielle Situation und das bisherige Zahlungsverhalten bewertet.
  • Die Banken sind vor der Kreditvergabe gesetzlich zu einer Bonitätsprüfung verpflichtet.
  • Je besser Ihr Bonitäts-Score, desto geringer ist das Zahlungsausfallrisiko für die Bank. Die Wahrscheinlichkeit den Kredit und gute Konditionen zu erhalten steigt mit Ihrem Score.
  • Mit einem schlechten Bonitäts-Score kann Ihnen der Kredit von der Bank auch verweigert werden oder die Konditionen sind entsprechend schlechter.
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Die Bonitätsprüfung

Die Bonität eines Kreditnehmers wird anhand unterschiedlicher Informationen und Unterlagen überprüft.

Banken prüfen sowohl Ihre persönlichen Informationen (Einnahmen, Ausgaben, Beruf…) als auch die hinterlegten Daten bei Auskunfteien wie z. B. der Schufa.

Das Ergebnis der Bonitätsprüfung wird anschließend in einem sogenannten Bonitäts-Score angegeben.

 

Was wird überprüft?

Name, Alter, Familienstand

Ihr Name wird natürlich von der Bank benötigt, um jegliche Informationen zu Ihrer Person überprüfen zu können. Aber auch das Alter und der aktuelle Familienstand sind bei der Bonitätsprüfung wichtig.

So muss eine Bank bei jungen (evtl. sogar verheirateten) Kreditnehmern damit rechnen, dass in den kommenden Jahren die Familienplanung ansteht. Wiederum muss bei älteren Kreditnehmern der voraussichtliche Pensionsantritt berücksichtigt werden.

Wohnort

Bei der Bonitätsprüfung werden auch statistische Verfahren und Berechnungsmethoden genutzt.

Ein Beispiel dafür ist das statistische vorherrschende Zahlungsverhalten in Ihrer Wohnregion.

Wohnen Sie in einer Region, in der Verhältnismäßig viele Menschen mit Schufa-Eintrag wohnen, wertet dies auch Ihren Bonitäts-Score ab. 

Berufliche Situation

Wenn Sie häufig die Stelle wechseln, in Probezeit sind oder ein befristetes Anstellungsverhältnis haben, dann erhöht das Risiko für eine Bank, da Ihre Einkommenssituation nicht gefestigt ist. 

Auch hohe Einkommensschwankungen (viel Provision, wenig Provision bei Vertriebsmitarbeitern) wirken sich negativ auf den Score aus.

Einnahmen und Ausgaben

Die Bank benötigt Informationen zu Ihren monatlichen Ausgaben und Einnahmen, um Ihre finanzielle Situation einschätzen zu können.

Dabei werden die Ausgaben von den Einnahmen abgezogen. Je mehr Geld Ihnen am Ende des Monats übrig bleibt, desto geringer ist das Zahlungsausfallrisiko für die Bank.

Zahlungsverpflichtungen

Die Bank prüft, ob Sie aktuell Kredite am Laufen haben und ob die Rückzahlung dieser Kredite immer rechtzeitig erfolgen.

Hatten Sie bei Ihren bestehenden oder vergangenen Krediten bereits Zahlungsschwierigkeiten, dann wirkt sich dies negativ auf Ihre Bonität aus.

Zahlungsverhalten

Ihr bisheriges Zahlungsverhalten gibt der Bank einen Einblick in Ihre Zuverlässigkeit.

Wenn Sie z. B. Handyrechnungen oder Zahlungen in Onlineshops oft vergessen und häufig schon Mahnungen erhalten haben, kann sich dies negativ auf Ihre Bonität auswirken.

Bonitätseinschätzung der Auskunfteien

Schufa, Crif Bürgel, Creditreform Boniversum und Infoscore Consumer Data sind die größten Bonitäts-Auskunfteien in Deutschland. Dabei handelt es sich um Unternehmen, welche die Finanzdaten von bis zu 70 Millionen Menschen in Deutschland speichern.

Die Daten werden von öffentlich zugänglichen Quellen bezogen. Dazu zählen Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte oder Insolvenzmeldungen.

Zudem haben die Unternehmen Verträge mit Banken, Händlern, Versicherungen, Energieversorgern, Kreditkartenunternehmen und Leasinggesellschaften. Die Vertragspartner übergeben den Auskunfteien Informationen zu neuen Vertragsabschlüssen der Kunden sowie Informationen zur Zahlungsrückständen. Wiederum dürfen die Vertragspartner Auskunft bei den Auskunfteien verlangen, um die Bonität von Personen zu überprüfen.

Der Bonität-Score der Auskunfteien

Die Bonität wird von den Auskunfteien anhand eines Scores oder Index angegeben. Der Score oder Index wird in der Regel jedes Quartal neu berechnet.

Die genaue Ermittlung der Bonität ist Betriebsgeheimnis der Auskunfteien. Wir wissen also nicht, welche Faktoren die Bonität mehr oder weniger beeinflussen.

positive Bonität

Damit Sie von Ihrer Bank einen Kredit erhalten, benötigen Sie eine positive Bonität bzw. einen positiven Bonitäts-Score.

Welche Faktoren Ihren Bonitäts-Score beeinflussen, bleibt grundsätzlich der Bank überlassen.

In der Regel benötigen Sie für einen Bonitäts-Score:

  • Keine SCHUFA-Einträge
  • Genügend Einnahmen haben, um die Ausgaben und die zusätzlichen Kreditraten zu begleichen
  • Keine oder wenig Meldungen, dass Sie Rechnungen nicht pünktlich beglichen bezahlt wurden
  • Stabile Einkommensverhältnisse

Negative Bonität

Wenn Sie als Kreditnehmer einen negativen Bonitäts-Score besitzen, wird Ihnen die Bank keinen Kredit gewähren. Das kann einerseits sein, da Sie aus Sicht der Bank nicht in der finanziellen Lage sind, die Kreditraten zu begleichen oder das Zahlungsausfallrisiko für die Bank zu hoch ist.

Kreditnehmer mit einer negativen Bonität haben meist..

  • ein oder mehrere SCHUFA-Einträge
  • zu geringe Einnahmen haben, um die Ausgaben, um die Kreditraten begleichen zu können
  • in der Vergangenheit bereits viele Rechnungen oder Kreditzahlungen nicht fristgerecht (oder garnicht) beglichen

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